Der Gewinner Effekt – Wie Macht unser Gehirn verändert – Positive Feedbackschleifen8 min read

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Lesedauer: 5 Minuten

Die Grundlage dieses Artikels bildet das schon etwas ältere Buch „Macht – Wie Erfolge uns verändern“ von Ian Robertson. Zu dem hält der Autor etliche Vorträge auf Ted und beschäftigt sich mit Stress und Erfolgsgeheimnissen.

In diesem Beitrag soll es hauptsächlich darum gehen:

Wie verändert Macht unser Gehirn?
Was ist der Gewinner Effekt?
Welcher Zusammenhang besteht zwischen Testostoron und Gewinnern?
Und was hat das alles mit Tomatendosen, Fischen und Mike Tyson zu tun?

Inhaltsangabe zu Buch: Macht – Wie Erfolge uns verändern

Warum beschäftigt der CEO der Royal Bank of Scotland sich eher mit der Auswahl von Keksen als mit der Rettung seiner Firma vor dem Kollaps? Was hat Picassos Sohn mit Bill Clintons Freund Tony Blair zu tun? Und was hat das mit uns zu tun?

Alle wollen MACHT. Aber was machen wir damit und wie verändert Macht unser Gehirn?

Anhand zahlreicher prominenter Beispiele führt und Ian H. Robertson durch die Untiefen unseres Gehirns und zeigt auf, was einen Sieger ausmacht.

Mit zahlreichen Tests kannst du ausloten wie stark dein eigener Drang ist zu siegen.

Wie Macht uns verändern – Eine Reise durch die Gehirne erfolgreicher Menschen

Macht – Wie Erfolge uns verändern

Über den Autor:

Ian H. Robertson, geboren 1951 in Glasgow, arbeitete und forschte nach dem Psychologiestudium an Kliniken und Instituten in London, Edinburgh, Rom, Cambridge und Toronto. Seit 1999 ist er Professor für Psychologie am Trinity College in Dublin, zugleich Gastprofessor in England und Kanada. Er zählt zu den weltweit führenden Kapazitäten auf dem Gebiet der Gehirnrehabilitation. Neben zahllosen wissenschaftlichen Aufsätzen hat er zehn Bücher veröffentlicht und schreibt unter anderem für die ›London Times‹.

Die wichtigste Zutat für Erfolg ist Erfolg.

Wenn wir im Leben erfolgreich sind oder Erfolge ernten, wenn wir Herausforderungen meistern und wenn wir gewinnen, dann lösen diese Erfolge etwas in unserem Gehirn aus.

Jeder Mensch braucht Erfolge in seinem privatem Leben. Ohne diese Erfolge würden wir bald erschlaffen, deprimiert sein und keinen weiteren Sinn erkennen in dem was wir tun.

Erfolge sind viel mehr als nur bloßes Geld verdienen, Reich werden, oder die Olympiade gewinnen. Erfolge sind die Essenz unseres Daseins und sie erfüllen uns mit stolz, Glück und guter Laune!

Das hat auch einen Grund. Wenn wir erfolgreich sind in dem was wir tun, sei es in unserer Partnerschaft, unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, unserer Arbeit, die wir gut machen und dafür gelobt werden. Immer, wenn wir etwas erfolgreich erledigen schüttet unser Gehirn Hormone aus. Diese Hormone sind der Grund dafür warum wir weitermachen. Sie signalisieren unserem Gehirn, dass wir richtig liegen mit dem was wir tun.

Sie spornen uns nicht nur geradezu an weiterzumachen und sondern kreieren vielmehr positive Feedbackschleife, die unser Leben verändern kann.

Erfolge kreieren positive Feedback-Schleifen, die unser Leben nachhaltig verändern

Stell dir einmal vor du gewinnst die Herausforderung deines Lebens. 

Du trennst dich von einem Menschen, der dir nicht gut tut. Du wirst befördert und bekommst eine Gehaltserhöhung. Du schaffst es endlich in eine neue Stadt zu ziehen, oder jemandem etwas zu gestehen, dass du ihm schon lange Zeit sagen wolltest.

Würden wir jetzt eine Blutprobe entnehmen lassen, dann könnten wir feststellen, dass unser Körper gerade nahezu gefüllt ist mit Dopamin, Testosteron und Serotonin.

Es bildet sich eine positive Feedback-Schleife, die dein Gehirn als Belohnung registriert und dafür sorgt, dass diese Hormone auch weiterhin ausgeschüttet werden.

Sobald wir eine Herausforderung bestehen bildet unser Gehirn Rezeptoren, die mehr und immer mehr von unserem Testosteron aufnehmen können. Wir werden selbstbewusster, aggressiver und tendieren dazu nachfolgende Herausforderungen zu bewältigen.

Wir nennen diese positive Feedback-Schleife auch: Den Gewinner Effekt!

Der Gewinner Effekt

Hier ein paar Beispiele für den Gewinnereffekt:

Mike Tyson

Mike Tysons dritter Kampf nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis endete nach 3 Runden. Das verdanken wir dem Gewinner Effekt.

Als der berühmte Boxer nach einer aus dem Ruder gelaufenen Hausparty mit der Anschuldigung ein 16-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben, erkämpfte sich ein neue Champion den Titel des WBC (World-Boxing-Champion).

Als Tyson nach 3 Jahren Gefängnisstrafe wieder frei kam, war klar, dass er sich den Titel zurückholen würde. Aber es sollte nicht sein erster Kampf sein, der den ersonnenen Erfolg zurückholen sollte. Nein, Tyson’s Trainer hatte andere Pläne. Er ließ Tyson seine ersten zwei Kämpfe gegen sogenannte „Tomatendosen“ antreten. 

Es war klar, dass Tyson diese Kämpfe gewinnen würde (was er letztendlich tat), aber warum war Tyson’s Trainer das so wichtig. Wäre es nicht peinlich einen ehemaligen WBC gegen schwächliche Gegner antreten zu lassen?

Im Gegenteil. Nicht der Ruhm war entscheidend für diese „Erwärmung“. 

Tyson sollte sein Gehirn auf das Gewinnen trainieren. Nach jedem gewonnenen Kampf gegen eine dieser „Tomatendose“ schüttete sein Gehirn unglaubliche Mengen an Testosteron, Dopamin und Serotonin aus. Die Geheimzutaten des Gewinnereffekts.

Sein Gehirn war nun auf das Gewinnen programmiert.

Und so war es möglich auch Frank Bruno (zu der Zeit amtierender WBC) nach 3 Runden K.O. zu schlagen.

Der World-Boxing-Champion Titel war zurückgeholt.
Kam 3 Jahre ins GefängnisKämpfte seine ersten zwei Siege mit sogenannten Tomatendosen (die englische Bezeichnung für schwache Gegner)Sein Gehirn schüttete Dopamin & Testestoron auser Gewann nach 3 Runden gegen den amtieren WBC

Manipulierte Laborratten

Ratten weisen in wissenschaftliche Studien nach, dass auch sie von einem Gewinnereffekt profitieren.

Ein ähnliches Experiment sollte die gleiche Wirkung des Gewinnereffekts nachweisen.

In einem Labor ließ man zwei Ratten gegeneinander antreten. Eine topfit und die andere mit einem Narkosemittel leicht betäubt.

Man manipulierte diesen Kampf so, dass die nicht narkotisierte Maus gewinnen musste.

Auch das Gehirn dieser Maus schüttete Testosteron, Serotonin und Dopamin aus.

Und mit dieser Erfahrung, nämlich die Erfahrung eines gewonnenen Kampfes, ließ man die Gewinner-Maus gegen einen noch viel stärkeren unpräparierten Gegner antreten.

Und siehe da. Der Gewinner Effekt sorgte dafür, dass die Maus mit hoher Wahrscheinlichkeit auch diesen Kampf gewann.

Grasbarsche im Territorium

Auch Fische machen Gebrauch von hierarchischen Gewinnereffekt
  • Man nehme 3 Gruppen dominanter Grasbarsche (besonders agressive Fischart)
  • Nun setzt man die erste Gruppe zu größeren Fischen, die eine isoliert man und die andere setzt man mit kleineren Fischen zusammen
  • Nach 5 Tagen lässt man diese Fische wieder zusammenkommen und ratet mal wer jetzt die Herschaft übernimmt?
  • Die Gruppe, die mit kleineren schwächeren Fischen zusammengesetzt wurden, übernehmen durch die vielen Siege über die kleinen Fische nun die MAcht herschaft im Aquarium

Mit jeder Herausforderung, die du gewinnst, steigt dein Testosteronlevel an. Das führt dazu, dass sich auch dein Dopaminhaushalt erhöht. Das Ergebnis ist: du neigst dazu deine nächsten Kämpfe zu gewinnen.

Dopamin und unser Belohnungssystem

Dopamin ist, wie wir wissen, der Auslöser für so manches starke Glückgefühl. Es verändert die gesamte Struktur unseres Gehirns. Wir werden mutiger und neigen dazu neue Herausforderung mit Zuversicht anzugehen, um sie mit der gewonnenen Zuversicht zu meistern. Woher kommt dieses Dopamin?

Jedes mal, wenn wir eine Gehaltserhöhung bekommen, wenn wir ein Kompliment kriegen, Sex haben, wenn wir Alkohol, oder Kokain zu uns nehmen fühlen wir uns grandios.
Dieses grandiose Gefühl hängt unmittelbar mit dem Dopamin zusammen, dass durch unser Gehirn fließt. Viele werden diesen Vorgang kennen unter dem Begriff Belohnungssystem.

Zu verstehen wie das Belohnungssystem funktioniert, bedeutet zu wissen wie Motivation und Zielsetzung funktionieren.

Grafik: Zielsetzung -> Erreichen des Ziels -> Dopamin -> Grandioses Gefühl -> Motivation -> Zielsetzung …

Sich Ziele zu setzen und sie zu erreichen bedeutet ein erhöhtes Level an den oben genannten Hormone. Sie lösen Glücksgefühle aus, die uns wiederum motivieren.

Die Ausschüttung des Dopmains wirkt wie ein Anti-Depressivum, es macht dich mutiger, klüger und gibt dir dieses Gefühl Bäume ausreißen zu können. Der natürlichste Weg schlechte Gefühle loszuwerden ist es Erfolge zu haben und das heißt sich hinzusetzen und seinen Arsch aufzureißen (entschuldigt die Ausrucksweise..).

Warum du dich immer wieder neuen Situationen aussetzen musst

Neue Situationen und unbekannte Herausforderungen verändern unser Gehirn.

In der Wissenschaft hat man schon vor geraumer Zeit festgestellt, dass neue Situationen das Wachsen von Gehirnzellen in Mäusen beschleunigen und so das gesamte Gehirn umstrukturieren. Nicht nur das. Neue Herausforderung verbessern unsere Gedächtnisleistung und unsere Kreativität.

Das Phänomen ist auch unter den Namen Resilienz bekannt. Zu wenig Stress langweilt uns schnell, zu viel ist ungesund. Es kommt auf die richtige Menge Stress an.

Grund dafür ist ein Hormon namens Noradrenalin. Das auch bekannt ist für die „Kampf oder Flucht“ Funktion in unserem Körper.

Stehen wir vor neuen Herausforderungen entscheidet sich unser Gehirn für eine der beiden Optionen.

Viel wichtiger ist, dass Noradrenaline wie Dünger auf unser plastisches Gehirn wirkt. Es hilft uns nicht nur beim Lernen neuer Dinge, sondern auch wenn wir uns erinnern.

Du musst dir eine Tätigkeit suchen, die sich anspruchsvoll auf dein Gehirn auswirkt.

Menschen, die eine anspruchsvolle berufliche Tätigkeit ausüben, sind statistisch seltener von beispielweise Alzheimer betroffen. Genau aus dem Grund, dass Noradrenalin die Struktur ihres Gehirns verändert hat. Zumindest ist das die Hypothese dafür.

Ein niedriges Level an Stress grenzt an ein „Sinnlosigkeitsgefühl“ im Leben. Zu viel Stress löst bei uns Angst bis Erschöpfung und schließlich einen Burnout aus.

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